Als es anfing hätte ich mit so etwas nicht gerechnet.

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Als es anfing hätte ich mit so etwas nicht gerechnet.

Wie das mit dem Buch angefangen hat, habe ich mich, ehrlich gesagt, auch schon einige Male gefragt. Tatsächlich muss ich die Antwort(en) in zwei Bereiche unterteilen. Gemeint sind die Teilfragen ‘Was hat mich dazu gebracht, überhaupt ein Buch zu schreiben?’ und ‘Wie bin ich auf den Inhalt gekommen?’ Üblicherweise beginnt ein richtiger Autor damit, sich im Klaren darüber zu sein, dass er ein Autor ist. Es folgt ein grobes Gerüst der Geschichte. Diese wird dann nach und nach bis zur Buchreife ausgebaut.

Ich bin da zwangsläufig etwas anders vorgegangen, weil ich nicht von vornherein beschlossen hatte, Autor zu werden. Am Anfang stand bei mir die Geschichte. Und zwar keine vollständige Idee mit rotem Faden sondern eine ganze Reihe tatsächlicher Erlebnisse. (An dieser Stelle verrate ich noch nicht, welche Teile der Handlung real und welche frei erfunden sind. Dazu komme ich in einem späteren Beitrag. Versprochen!)

Ich hatte also guten Stoff in der Schublade, den ich immer mal wieder im Familien- und Freundeskreis zum Besten gegeben habe. Meist habe ich daraus eine Art gespielten Witz gemacht, der für gute Unterhaltung gesorgt hat. Dabei kam ein leichter Schatten der vagen Idee auf, diese Erlebnisse zu Papier zu bringen. Damals konnte ich mir allerdings noch nicht vorstellen, wer so etwas lesen sollte geschweige denn Geld dafür bezahlen würde. Trotzdem habe ich die ersten Dinge aufgeschrieben. Geholfen hat mir dabei unter anderem das original Reisetagebuch von Immi und mir, in dem ich so manche verrückte Geschichte vorformuliert fand. (Ups… jetzt hab ich Immi schon als real enttarnt.)

Die größte Herausforderung war, meinen ‚Erfolg‘ mit den gespielten Witzen auf ein passives Medium, wie Papier, zu übertragen. Da ich selbst häufig von angeblich lustigen Romanen gelangweilt bin, hatte ich vor dieser Aufgabe großen Respekt. Ich fing an, zu schreiben und habe die ersten Seiten Freunden zum Probelesen gegeben. Die waren ’natürlich‘ begeistert, so wie alle guten ‚Freunde‘ begeistert dafür sorgen, dass irgendwelche Nebelkrähen zu Deutschland sucht den Superstar gehen und sich da vor dem versammelten Deutschland lächerlich machen. Was kann man also auf die Meinung von Freunden geben? NIX! Deshalb habe ich den Test ausgeweitet und Kollegen meiner Frau einbezogen. Die waren auch noch nicht völlig unvoreingenommen, aber schon eine Spur weiter weg vom Kreis der „Sag jetzt bloß etwas Nettes, sonst lädt er uns nicht wieder zum Spieleabend ein.“-Menschen.  Fast alle waren sehr angetan. Die nächste Stufe waren Freunde von Freunden und Kollegen, von denen ebenfalls sehr positive Rückmeldungen kamen. Das war dann endlich der Punkt, an dem ich beschlossen hatte, meine lose Sammlung von Einzelerlebnissen zu einem Buch zu formen.

Ich habe vorn bei der Buchung der Reise angefangen und jedes Kapitel nach und nach daran angeknüpft. Stilistisch kam dabei häufig echter Gurkensalat heraus. Vor allen Dingen dann, wenn ich mal wieder eine mehrmonatige Schreibpause eingelegt hatte und man anschließend denken konnte, hier schreibt eine völlig andere Person weiter. Ich erinnere mich auch an die einzelnen Phasen des Zweifelns, die einem zwangsläufig bei so einem langwierigen Projekt kommen. Gingen die ersten Kapitel noch gut von der Hand, weiß ich noch, dass ich exakt bei Seite 141 das Gefühl hatte, überhaupt nicht genügend Stoff für einen richtigen Roman zu haben. Ich wollte ja kein Reklam Heftchen verfassen. Ich fing an, allen möglichen Füllstoff in das Buch zu pressen. Das machte es dann genau zu der Art von Büchern, die ich selbst nicht vertrage. Ellenlange Beschreibungen von Umgebungen und Kleinsthandlungen, die die Welt nicht braucht. Davon habe ich mich aber nicht beirren lassen und über einen Zeitraum von sage und schreibe FÜNF Jahren alles zu Papier gebracht, was mir wichtig erschien.

Ein weiteres halbes Jahr habe ich dann gebraucht, um meine unterschiedlichsten Stilmixe, die überflüssigen Labersätze und natürlich Tonnen von Schreibfehlern so in den Griff zu bekommen, dass man wirklich von einem Buch sprechen konnte.

Ich hielt mein erstes eigenes Manuskript in den Händen und hatte keine Ahnung, was ich damit anstellen konnte!

Was ich dann getan habe, erzähle ich Euch im nächsten Teil über mein Buch „3… 2… 1… und das Leben ist deins!“

6 Kommentare

  1. Ach Matthias, das ist ja soo toll, die Entstehung zu lesen! Ich bin gespannt wie es weiter geht!!!
    LG Sabine

    • Das war und ist in der Tat eine spannende Zeit.

  2. Hi Heinzi,
    hab Dein Buch vor knapp 2 Wochen als eBook gekauft und gerade fertig gelesen. Hat echt Spaß gemacht und mein Fernweh nach Thailand mal wieder noch stärker entfacht.
    Kommt in 5 bis 6 Jahren das nächste Buch ;-)?
    Danke für die gute Unterhaltung!
    Viele Grüße,
    Ba

    • Danke, das ist ja nett! Du wirst lachen, ich habe dieses Jahr mit dem neuen Buch angefangen und hoffe, es bis Sylvester fertig zu haben. :-)

      • Dann freu ich mich schon auf Silvester. Wahrscheinlich wird es keinen Bezug zu Thailand haben, oder? Ich bin auf jeden Fall schon gespannt!

  3. Moin Heinzi,
    das Buch ist richtig geil! Ich leide seit längerem an Depressionen und Dein Buch hat mich in kürzester Zeit so viel lachen lassen, wie noch nie (Ok, vielleicht Leben des Brian als Film).
    Danke Dir! Trockener Humor, das isses.

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