Gefangen im Kurhotel (Teil III)

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Gefangen im Kurhotel (Teil III)

Das Hotel ein blutiges Gruselkabinett, das Personal mehr herrische Altenpfleger als Dienstleister und das Publikum eine Ansammlung von Statisten eines Zombie-Films. So kann man die ersten beiden Teile der Geschichte über meinen Wellnessurlaub beschreiben.

Wellness im Keller – Erholung auch?

Heute, am ersten richtigen ‘Erholungstag’ nach der Anreise, stehen unsere Wellnessanwendungen an. Nach dem streng reglementierten Frühstück sind meine Frau und ich bereit, endlich etwas Entspannung zu genießen. Die Rückenmassage meiner Frau soll um 11:00 Uhr beginnen. Da wir bereits um 9:30 Uhr abmarschbereit in unseren Bademänteln im Zimmer herumwatscheln, beschließen wir, etwas früher in den Wellnessbereich zu gehen, uns ein wenig umzusehen und vielleicht eine Runde zu schwimmen. Also schnappen wir uns unsere Handtücher und suchen auf dem Flur nach einem Hinweisschild, dass uns den Weg zum Wellnessbereich weist.

»Frag doch mal an der Rezeption«, schlägt meine Frau vor, als wir weder auf unserem Flur noch im Treppenhaus oder im Fahrstuhl ein Schild finden können.
»Ich hab Angst, dass ich, wenn ich im Bademantel an der Rezeption auftauche, andere Heimbewohner auf den Plan rufe und wir morgen im Frühstückssaal zahlreiche halbgeöffnete Bademäntel sehen, die es nicht schaffen, faltige Krater und Hautlappen zu überdecken.«
»Nun übertreib mal nicht und frag nach!«

Widerwillig gehe ich zur Rezeption und frage nach dem Weg in den Wellnessbereich.
»Nehmen sie bitte die Tür neben unserem Empfangstresen und gehen sie die Treppe nach unten. Dort finden sie einen kleinen Wartebereich. Da wird man sie in Empfang nehmen. Normalerweise empfehlen wir, mindestens eine halbe Stunde vor Behandlungsbeginn in Richtung Wartebereich zu gehen. Aber sie sind ja gut zu Fuß. Da reicht es sicher, wenn sie ein paar Minuten vorher nach unten gehen. Wir haben nämlich keinen Fahrstuhl in den Keller, wissen sie?«
»Ihr Wellnessbereich ist im KELLER?«
»Ja, Schwimmbecken, Sauna und die Behandlungsräume sind im Keller, weil es da ruhiger ist.«
»Und man die Schreie der Opfer nicht so hört«, denke ich und bedanke mich für den Hinweis.

Gerade als ich nach oben gehen will, um meiner Frau Bescheid zu sagen, dass wir in den Keller müssen, nimmt mich die Empfangsdame sanft aber bestimmt am Arm, guckt mich eindringlich an und sagt in einem leisen Psychoton: »Herr Gosch, bitte gehen sie in den Keller. Ich sagte doch, dass dort die Behandlungen stattfinden.«
Mir läuft es eiskalt den Rücken runter und ich rechtfertige mich regelrecht: »Äh, ich weiß. Ich muss nur meiner Frau Bescheid sagen. Schließlich ist sie als erstes dran. Ich muss ja …äh… eigentlich noch gar nicht in den Keller.«
Dann winde ich mich aus ihrem Griff und gehe schnellen Schrittes durch das Treppenhaus in unser Stockwerk.

Meine Frau wartet schon ungeduldig vor unserer Zimmertür.
»Und? Weißt Du jetzt, wo wir hin müssen?«
»In den Keller«, antworte ich.
»Ok. Dann also auf in den Keller. Das ist doch in vielen Hotels so.«
»Stimmt. Aber dann nennen die das Untergeschoss oder irgendwie anders nett. Ich habe noch nie gehört, dass man in den KELLER zur BEHANDLUNG muss!«
»Reg Dich ab! Wenn Du erst mal auf der Liege liegst und massiert wirst, kann es Dir doch egal sein, ob das im Keller oder auf dem Dachboden passiert«, grinst meine Frau mich an.

Also machen wir uns auf den Weg in den Keller. Inzwischen ist es kurz vor 10:00 Uhr. Genug Zeit, meine Ängste abzulegen, ein Bisschen zu relaxen und vielleicht eine Runde zu schwimmen.

Über die Beton-Kellertreppe, deren Eiseskälte ich durch meine Badelatschen spüren kann, kommen wir an eine Stahltür, auf der mit Edding geschrieben steht ‘Behandlungsbereich – Bitte Ruhe’.
Wir öffnen die Tür mit einem lauten Quietschen und kommen in einen circa zehn Meter langen, einen Meter breiten und bis zur Decke mit weißen Kacheln bedeckten Flur.

Vom Anfang dieser Gasse des Schreckens können wir sehen, dass sich links und rechts Türen befinden. Auf den ersten erkenne ich die Aufschriften ‘Behandlungsraum 1‘, ‘Behandlungsraum 2‘ bis ‘Behandlungsraum 6‘. Die schaffen hier anscheinend ordentlich viele Behandlungen am Tag. Am Ende des Ganges auf der rechten Seite sehe ich neben einer Tür ein Fenster und geradeaus geht es zum Schwimmbad. Gegenüber von dem Fenster stehen 4 Stühle.

»Das muss der sogenannte Wartebereich sein«, sage ich leise zu meiner Frau.

Knochenbrecheralarm!

»Kommen Sie ruhig näher!«
Die eindringliche Stimme ist sowas von gruselig, dass wir zunächst kurz zögern.
Ein hünenhaftes Mannsweib streckt den Kopf aus der Tür neben dem Fenster und grinst uns an.
»Frau Gosch kann schon mal in Behandlungsraum 3 gehen und sich frei machen. Herr Gosch setzt sich bitte hier hin!«

Na, das ist mal eine Ansage. Komischerweise ist selbst mir das Sprücheklopfen bei so viel Bestimmtheit vergangen und brav folgen wir den Anweisungen. Ich verabschiede mich von meiner Frau mit einem mulmigen Gefühl und sage ihr, dass ich später auf dem Zimmer auf sie warte. Sie verschwindet in Kammer 3 und ich setze mich auf einen Stuhl.

Die Walküre kommt mit großen Schritten auf mich zu, reicht mir die Hand und ich Idiot halte ihr meine auch hin. Das Knirschen meiner Fingerknochen lässt mich hoffe, dass es sich bei ihr lediglich um den Bademeister und nicht um eine Masseurin handelt.
»Ich bin Karin Neumann und kümmere mich heute um sie beide.«

Schlagartig schießen mir Gedanken an Panzer, Steine zertrümmernde Karatekämpfer und mittelalterliche Folterszenen durch den Kopf.
Zitternd antworte ich: »Oh, das ist ja schön. Machen Sie denn auch die Ayurveda-Massage?«
Mein Funken Hoffnung, dass man so einen Koloss niemals eine filigrane Wohlfühlmassage machen lässt, zerfällt bei ihrem nickenden Grinsen sofort zu Staub, wie es vermutlich mein Körper auch tun wird.

Frau Neumann macht sich auf den Weg zu meiner Frau und vermutlich hätte ich irgendetwas tun müssen. Ich hätte sie retten oder zumindest warnen müssen. Aber dies ist wohl der Zeitpunkt, an dem jeder für sich allein kämpft.

Durchgenudelt

Ich beschließe, eine Runde zu schwimmen und zu versuchen, mich nicht vor lauter ‘Vorfreude’ auf meine Massage zu ertränken.

Der Pool ist gerade lang genug, um sich an der einen Seite abzustoßen und dann schon fast auf der anderen Seite mit dem Kopf anzustoßen. Das mögen vielleicht drei mal fünft Meter sein. An einem Ende hat sich eine Gruppe aus fünf älteren Damen versammelt. Sie hopsen ein Bisschen vor sich hin und halten alle diese Poolnudeln in der Hand. Am Beckenrand steht über ihnen eine Frau in typischem Bademeisteroutfit – weiße, viel zu kurze Shorts, weißes Poloshirt und Trillerpfeife um den Hals.

»So, meine Damen, dann wollen wir mal anfangen«, dirigiert sie die Badenixen.
»Und der junge Mann schnappt sich bitte eine Poolnudel und steigt mal langsam ins Wasser. Wir haben uns schon warm gemacht.«
Irritiert antworte ich: »Äh, ich wollte eigentlich nur eine Runde schwimmen. Ich komm sonst später wieder.«
»Paperlapapp! Die Ladies beißen nicht. Wir machen jetzt Wassergymnastik zusammen.«

Ok, denke ich. Warum eigentlich nicht. Ich hab viel Zeit, die Damen sehen nett aus und beißen tun sie vermutlich allein deshalb schon nicht, weil sie ihre Gebisse in der Umkleidekabine gelassen haben.

Schmunzeln muss ich bei dem Gedanken daran, dass heute alle ein riesiges Fass aufmachen, wenn sie zum ‘Aqua-Jogging’ oder zum ‘Aqua-Aerobic’ gehen. Der Coolnessfaktor rauscht sofort in den Keller, wenn man das Kind beim Namen nennen würde – ‘Wassergymnastik’. Das betrifft im Übrigen den gesamten Fitness-Sektor. Guckt Euch mal die Dinge an, die mit aufwendigen High-Tech-Namen dazu führen sollen, dass wir mehr Lust auf Bewegung bekommen. Und egal, ob es Pilates, Cross-Fitness oder Aqua-Fight-Wellness-Step-Cycling ist – ich kenne die meisten Übungen noch aus dem Turnunterricht meiner Kindheit. Sie hießen nur anders und wir mussten uns nicht für mehrere hundert Euro Outfits kaufen sondern konnten in Doppelripphemd und Frottee-Turnhose rumlaufen.

Das aber nur am Rande. Ich schnappe mir eine Poolnudel und steige ins… ach du Scheiße… DREISSIG GRAD warme Badewasser. Mir schießen sofort Schweißperlen auf die Stirn und ich frage mich, ob die Bademeisterin mit ‘warm gemacht’ nicht eher ‘gar gemacht’ meinte.

Da wir alle mit unseren bunten Kunststoffdödeln in diesem Lavasee stehen, muss das Wort ‘Nudelsuppe’ jetzt einfach fallen. Zack, abgehakt.

Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass es bei der Wassergymnastik im Gegensatz zum Aqua-Aerobic keine Musik gibt. Wir sind hier schließlich nicht bei den Hippies.

Wir verteilen uns im Becken und die Vorturnerin macht uns die Übungen ‘trocken’ vor und wir tanzen das Alphabet dann nach. Nach ein paar Minuten fängt es sogar an, Spaß zu machen. Und genau das macht einen weiteren Unterschied zu den Fight-Speed-Run-Kursen in modernen Fitness-Studios aus – es SOLL auch Spaß machen und nicht einfach nur quälen bis die einzige Freude die Vorfreude auf die Dusche ist. Ich gebe es offen zu: ICH HATTE SPASS mit meinen Omis!

Eine halbe Stunde später ist leider schon alles vorbei. Die Einladung, noch mit in die Sauna zu kommen, lehne ich zu Gunsten der Erhaltung meines Augenlichts ab, bedanke mich aber, dass ich mit dabei sein durfte.

Ich gehe erst mal wieder zurück auf unser Zimmer und hoffe, dass meine Frau die Hände der Frau Neumann überlebt. Das Fernsehbild zeigt auf jedem Programm nur Schneelandschaften und das Rauschen dröhnt in den Ohren. Deshalb beschließe ich, das erste richtig Erholsame hier zu tun – ich mache ein Nickerchen.

Als meine Frau die Tür aufschließt, wache ich auf.
»Und? Wie wars?«
»Also, Frau Neumann langt schon richtig hin. Aber sie weiß, was sie tut. Ich spüre zwar meine Zehen seit ihrem Eingriff kaum noch. Aber meine Nacken- und Rückenschmerzen von der Wabbelmatratze sind weg.«

Ok, das klingt doch ganz manierlich. Ich bin gespannt, was mich bei meiner Ayurveda-Massage erwartet, die ja eine ‘Sport-Massage mit mehr Öl’ sein soll.

Schamlappen und Schlingeljagt

Pünktlich um 13:45 Uhr gehe ich wieder runter in den Wellness-Keller, um meine Behandlung zu empfangen. Mit leicht nervösem Magen sitze ich auf dem Stuhl im Wartebereich und warte auf Frau Neumann.

Da kommt sie auch schon! Mit sächsischem Dialekt und beinhartem Händedruck begrüßt sie mich erneut – wäre doch nicht nötig gewesen.
»Gehen sie schon mal rein und machen sich frei. Ich bin gleich bei ihnen und dann legen wir zwei mal richtig los.«
Klingt in meinen Ohren eher wie eine Drohung als ein Erholungsversprechen. Aber meine Frau war zufrieden und dann wird das schon.

Der kahle Massageraum besticht nicht gerade durch Wohlfühlatmosphäre. Er hat eher etwas von 70er Jahre Krankengymnastikzelle. Aber hier geht es ja um die Sache. Also runter mit den Klamotten. Aber wie weit soll die Nacktheit gehen? Da gibt es ja verschiedene Möglichkeiten. Manchmal soll man die Unter- oder Badehose anbehalten. Manchmal bekommt man einen von diesen Einmalslips und teilweise geht es vollkommen nackig zu.

Bei diesen Einmalslips fällt mir übrigens ein, dass ich sie grundsätzlich zunächst verkehrt herum anziehe. Es gibt bei denen ja eine Seite mit etwas mehr Stoff und eine Seite mit einem Hauch von Nichts. Als Mann ist man es ja nicht gewohnt, sich etwas zwischen die Backen zu zwirbeln und deshalb ziehe ich die Dinger reflexartig immer mit der kleinen Seite nach Vorn an. Das Ergebnis ist dann… und ich umschreibe das so wenig bildlich, wie möglich… eine einseitige Arschbackenabdeckung hinten und vorderseitige ‘Zellteilung’ durch mittelläufiges Stoffbändchen.

So, das muss reichen, um meine Mutter vor Scham im Boden versinken zu lassen.

Zum Glück klärt Frau Neumann mich hinsichtlich der Kleiderfrage auf. Sie steht in der Tür, beäugt mich von oben bis unten und befiehlt: »Runter mit dem Schlüppi! Wir sind ja unter uns.«
Mit etwas befremdlichem Gefühl aufgrund dieser mütterlichen Nähe zu Frau Neumann frage ich: »Wie rum hätten sie mich denn gern?«
»Egal, wenn ich fertig bin, wissen sie eh nicht mehr, wo vorne und hinten ist«, lacht Frau Neumann mich an.

Witzig denke ich und lege mich zunächst auf den Bauch.
»Gibt es ein Loch in der Liege, in das ich mein Gesicht stecken kann?«
»Ham wa nich! Ich dreh ihnen einen Kringel aus nem Handtuch. Das geht auch.«
Gesagt, getan und schon drücke ich mein Gesicht in ein Handtuchknäuel und atme fröhlich Flusen durch Mund und Nase ein.

Dann legt Frau Neumann los! Einen ordentlichen Schups Öl – natürlich eiskalt – auf den Rücken gekippt und mit lautem Klatschen die Hände darin gebadet.
Super Gefühl!
Nach anfänglicher unkoordinierter Verschmierung des Ölteppichs muss ich meiner Frau dann doch Recht geben. Frau Neumann kennt sich aus! Sie hat sämtliche Massagegriffe drauf, die es braucht, um den modernen Bürokrieger wieder einsatzfähig zu machen und lässt keine noch so kleine Verspannung aus. Da kann sich schon mal der Daumen bis zu den Bandscheiben vorarbeiten. Aber es hilft. Hier und da vergieße ich unter leisem Stöhnen eine kleine Schmerzträne aber die wird ja zum Glück gleich vom Handtuch aufgesaugt.

Erst als die Waden dran sind, erfinde ich eine neue Yoga-Übung. Frau Neumann drückt so tief mit dem Daumen in meinen Wadenmuskel, dass ich mit Oberkörper und Beinen schwungvoll von der Matratze abhebe und dabei den ‘rückratgebrochenen Krieger’ erschaffe.

Dann der Seitenwechsel!

Mit einem kräftigen Klaps auf den Po werde ich aufgefordert, mich umzudrehen.
»Keine Sorge, über das Schwengelchen kommt ein Schamlappen«, beruhigt mich mein Knochenbrecher.
Die Worte ‘Schwengelchen’ und ‘Schamlappen’ finde ich zwar gewöhnungsbedürftig aber ich weiß jetzt, dass ich züchtig bedeckt werde. Oder?

Genau das will Frau Neumann offenbar absolut sicher stellen und nimmt einen kleinen Waschlappen, legt ihn auf meinen ‘Piep’ und… (Wie soll ich das beschreiben?)
Na ja, kennt Ihr das, wenn man die Bettdecke abends unter die Füße schlägt, damit es unten dicht ist?
Frau Neumann ‘schlägt’ den Lappen in diesem Fall zu allen Seiten um meinen ‘Piep’, damit auch ja nix rausfallen kann.

Dann kommt ein Schwall aus der kalten Ölkanne und die Balsamierung geht wieder los.
Anschließend kümmert sich Frau Neumann um meinen Oberkörper und erklärt mir dabei, dass man auch die Bauchmuskeln massieren muss. Zum Glück hatte ich kein Mittag. Sonst wäre ich vermutlich jetzt wie einer dieser Wasserspeier, nur halt mit Essen. Es ist doch tatsächlich möglich, die Wirbelsäule von der Bauchseite zu erreichen. Dazu muss man halt nur doll genug drücken. Würg!

Als die Beine an der Reihe sind, hoffe ich schon auf ein baldiges Ende der Behandlung ohne weitere besondere Vorkommnisse.

Tja, schön wäre es gewesen!

Frau Neumann steht am Fußende der Liege und greift sich meine Knöchel. Sie hebt beide Beine ein Stück in die Luft und schüttelt als wären es diese dicken Fitness-Seile. Sie rüttelt mich total durch und betont, dass das notwendig sei für die Lockerung. Leider lockert das Geschüttel nicht nur meine Beine sondern auch den ‘Schamlappen’. Die Seiten haben sich bereits befreit und an der linken Seite guckt schon mein ‘Piep’ unterm Laken raus.

Frau Neumann legt meine Beine wieder ab und beginnt mit dem ‘Ausstreichen’, wie sie es nennt. Dabei umfasst sie mein linkes Bein mit beiden Händen und streift von unten nach oben und wieder zurück.
Eigentlich ganz angenehm, wenn nicht ihr Ehering bei jeder Runde an meinem ‘Piep’ hängen bleiben würde.
Erst nach der fünften Bahn bemerkt sie den kleinen Ausbrecher, hebt den Lappen hoch, greift völlig ungeniert zu und legt den ‘ihn’ mit den Worten »Komm mal her du Schlingel, nicht dass dir kalt wird. Bist doch schon so klein.« in eine senkrechte Position zurück. Dann deckt sie ihn zu und macht weiter als wäre nichts passiert.

Ich bin in meinem Leben noch nicht so peinlich berührt gewesen… und jetzt schreib ich das auch noch ins Internet!

An den Rest der Massage kann ich mich kaum erinnern, weil ich so darauf konzentriert war, meinen ‘Schlingel’ nicht wieder entwischen zu lassen.

Als der Spuk vorbei ist, gibt es zum Glück nicht wieder einen Klaps in die Körpermitte. Frau Neumann verabschiedet sich bei mir und ich ziehe mir meinen Bademantel an.

Oben im Zimmer berichte ich meiner Frau von dem peinlichen Erlebnis und fühle mich irgendwie benutzt. Sie lacht sich natürlich kaputt, schlägt aber trotzdem vor: »Was meinst Du? Sollen wir es bei dieser Sammlung aus merkwürdigen Erfahrungen belassen und nach Hause fahren?«
»Auf jeden Fall! Lass uns packen und dann abhauen!«

Die Flucht aus dem Wellnessurlaub

Eine halbe Stunde später stehen wir mit unserem Gepäck an der Rezeption und geben unseren Schlüssel ab.

In gewohnt herrischem Ton weißt man uns zurecht: »Sie haben aber noch eine Nacht gebucht. Die wollen sie doch nicht verfallen lassen. Wir werden schon dafür sorgen, dass sie erholt nach Hause kommen.«
»Nein danke, wir haben alles gesehen, was wir sehen wollten und sind super erholt. Das Heimweh ist dann doch zu stark«, löse ich uns aus dem Zwangsurlaub.

Schnellen Schrittes verlassen wir den Schauplatz des Kurdramas, steigen ins Auto und machen uns auf den Weg nach Hause.

Was für ein Trip? Auf der Rückfahrt scherzen meine Frau und ich, dass das Hotel vermutlich verhext ist und normalerweise kein Gast raus kommt, ohne dass er durch ‘frisches Fleisch’ ersetzt wird. Das würde erklären, warum die Leute so alt waren und man uns nicht gehen lassen wollte.

Mit dieser Zombiefantasie ist dann leider/zum Glück alles überstanden. Passt bitte auf, dass ihr bei der nächsten Reisebuchung nicht die gleichen Fehler macht!

Wenn es euch gefallen hat, schaut euch doch gern auch die anderen Beiträge auf meiner Seite an.

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4 Kommentare

  1. Fantastisch! Bei Deinen Umschreibungen hat man immer sofort ein Bild vor Augen. Wann kommt was Neues?? Ich kann von Deinen Geschichten nicht genug bekommen.
    LG
    Volker

    • Volker, das geht ja runter wie Öl! Danke, dass Du von Anfang an immer am Ball bleibst. Ich geb mir Mühe, bald nachzulegen.

  2. Da ich nicht schlafen konnte, habe die Erlebnisse im Wellnesshotel fertig gelesen. Ich schmeiß mich weg, aber jetzt kann ich erst recht nicht schlafen Hoffe nur, dass uns so etwas nicht passieren wird
    Einfach genial

    • Christine, Du Nachteule :-) Ich kann Dich beruhigen! Auch wir haben danach schon einige gute Hotelaufenthalte erlebt. Denk immer daran: Gemeint war Fleesensee und NICHT Bad Bevensen!

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